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Wolfsschlucht, Kahnfahrt und missglückter Museumsbesuch

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29. Juni 2019 Wo ist eigentlich die Wolfsschlucht?

Eine kurze Wanderung im Polenztal

Gasthaus Polenztal
Ausgangspunkt für Wanderungen: Pension und Gasthaus Polenztal

Nach so viel Großstadt in den letzten Tagen, zog es uns wieder in die Natur der sächsischen Schweiz. So wurde das Polenztal bei Hohnstein zu unserem Ziel. Doch zunächst ging es zur Hocksteinschänke, da wir so lange getrödelt hatten, dass ein Mittagessen zeitlich gut in unseren Plan passte. Nach dem wieder mal leckeren Essen fuhren wir in Richtung Hohnstein und bogen im Tal rechts von der Hauptstraße in Richtung Wanderparkplatz ab. Wir folgten dem Wanderweg entlang der Polenz und genossen die Natur. Ein paar Kühe weideten auf einer Koppel nahe der Pension und Gasthaus Polenztal. Der Weg durch dieses idyllische Tal machte richtig Spaß, aber wir gingen nicht den gesamten Weg. Nachdem wir abseits des Weges auch mal die Wege links und rechts näher betrachten, drehten wir um und suchten den Aufgang zur Wolfsschlucht. Dank der guten Beschilderung war der Aufstieg leicht zu finden. Nun ging es viele Stiegen (etwas über 250) hoch. Nach 20 Minuten kamen wir an die Stelle, die wir ein paar Tage zuvor von der Hocksteinaussicht erreicht hatten. Das weitere Vordringen in die Wolfsschlucht erschien uns zu riskant, weil wir mit einiger Kletterei rechneten. So gingen wir wieder zurück zum Auto. Es war eigentlich nur eine kurze Wanderung, aber sie zeigte uns die vielen Möglichkeiten in der sächsischen Schweiz vom Spaziergang bis zum Klettern aktiv zu sein.

30. Juni 2019 Wandern und Kahnfahrt in der Edmundsklamm und der Wilden Klamm

Gasthaus in Hrensko
Eingang zur Edmundsklamm

Wir sprechen immer noch kein Tschechisch und wir wussten nicht, ob wir in Tschechien mit Euro bezahlen können. Wir nahmen es wegen der Grenznähe mal an und fuhren nach Hrensko. Von Krippen mussten wir erst in Richtung Pirna / Dresden fahren und dann über die Brücke nach Bad Schandau. Die weitere Fahrt über Schmilka mit Grenzübertritt und dann nach Hrensko war eigentlich nur ein gefühlter Katzensprung. Wir fuhren so weit es ging und stellten unser Auto auf einen Parkplatz beim Wanderweg zur Edmundsklamm ab. Auf einem Hinweisschild war zu lesen, dass hier das Parken 6,00 € pro Tag kostete und im gegenüberliegenden Lokal zu bezahlen ist. Also ging ich unseren Obolus entrichten und dann konnte unsere Wanderung beginnen. Nehmen wir es vorweg, es wurde eine Wanderung entlang der Kamnitz, die uns alle begeisterte.

Ein angenehmer Weg entlang der Kamnitz

Brücke über die Kamnitz
Immer an der Kamnitz entlang bis zur Edmundsklamm

Der Weg war wirklich sehr angenehm zu laufen. Es ging wenig rauf und runter, wie wir es bei anderen Wanderungen erlebt hatten. Die ganze Strecke über gingen wir entlang des Flusses entgegen der Fließrichtung. Große Brocken lagen im Fluss, die sich schon vor langer Zeit von den steil aufragenden Felsen rechts und links gelöst haben müssen. Ebenso lagen umgeknickte Bäume im Wasser. Nichts konnte den Fluss aufhalten, er hat immer wieder eine Möglichkeit gefunden, um in seinem Bett weiter zu fließen. Der Weg war schattig, da sich auf beiden Seiten der Klamm ein Wald an den Hängen hinauf zog. Nachdem wir eine Weile auf der rechten Seite gingen, ging es nach der Überquerung einer Stahlbrücke mit Holzplanken auf der linken Seite weiter. Ständig überholten uns andere Wanderer, so dass wir schon befürchteten auf eine lange Schlange vor der Kahnfahrt zu treffen. Aber für uns gab es hinter fast jeder Biegung Neues zu entdecken, so dass wir eben nicht wie andere den Weg nur als Mittel zum Zweck sahen.

Woher die Edmundsklamm ihren Namen hat

Als sich im 19. Jahrhundert der Fremdenverkehr entwickelte, kamen fünf mutige Männer auf die Idee die Kamnitz mit locker verbundenen Holzstämmen zu befahren. Nachdem Naturfreunde und der Gebirgsverein provisorisch erschlossen hatte, beteiligte sich der Gutsherr mit finanziellen Mitteln am weiteren Ausbau der Klamm. Wohl zum Dank heißt sie seitdem Edmundsklamm. Die feierliche Eröffnung erfolgte für den Touristenverkehr am 4. Mai 1890 und seit 1898 werden die Kahnfahrten bis zur Wilden Klamm angeboten.

In Tschechien können auch Kahnfahrten lustig sein

Das Wehr vor der Edmundsklamm
Nur noch wenige Schritte bis zur Kahnfahrt auf der Edmundsklamm

Wir erreichten die Anlegestelle der Kähne, hinter uns lagen ein Aussichtspunkt und ein paar kleine Tunnel. Am Kassenhaus für die Kahnfahrt sind alle Informationen auf Tschechisch und Deutsch angegeben. Bezahlen konnten wir mit Euro oder tschechischen Kronen. Das Personal einschließlich der Kahnführer ist zweisprachig. Interessant ist, dass die gleichmäßige Wassertiefe durch ein Wehr gewährleistet wird. Der Andrang war nicht groß, so dass vor uns nur ein Kahn (25 Personen) abgefertigt wird und dann sind wir an der Reihe. Die weitere Fahrt muss man gesehen haben, die landschaftliche Schönheit und das Dahingleiten des Kahns ist nur schwer in Worte zu fassen. Die Idylle wurde nur durch den Kommentar unseres Kahnführers unterbrochen. Erst auf Tschechisch und dann alles nochmal auf Deutsch.

Der Wasserfall war ein Fake

Kahnfahrt Edmundsklamm
Mit langen Stöcken wird der Kahn angetrieben

Natürlich hatten die Felsen Gesichter mit Namen und einer passenden Geschichte. Einmal sagte er einen Satz auf Tschechisch in dem zum Schluss Nemci (die Deutschen) vorkam und die tschechischen Mitreisenden lachten. Dann das Ganze auf Deutsch mit dem Schluss auf Kosten der Tschechen und die deutschen Teilnehmer lachten. So verlief die Fahrt recht kurzweilig und wenn ich nicht alles in Bild und Ton festgehalten hätte, wer weiß, wie viel ich von der Natur mitbekommen hätte. So wirkte es fast wie eine Zugabe als der Kahnführer an einem langen Seil zog und kurz darauf von der Felswand schräg gegenüber ein Wasserstrahl in die Tiefe schoss. Mit dem Seil hatte er eine Schleuse geöffnet, wodurch eine bestimmte Menge Wasser vor unserem Kahn in den Fluss spritzen konnte. . Es war aber nur eine minder feuchte Angelegenheit. Danach war es dann nicht mehr weit und wir erreichten die Anlegestelle. Diese werden je Klamm als oberer und unterer Hafen bezeichnet.

Pause machen oder gleich weiter?

Für einige ist die Wanderung und die beiden Kahnfahrten in der Edmundsklamm und der wilden Klamm nur ein Intermezzo. Die Gastwirtschaft mit Selbstbedienung zwischen der Edmundsklamm und der Wilden Klamm nehmen sie dann oft nicht in Anspruch. Dennoch wurde auf unserer Wanderung das Angebot an kleinen Speisen und Getränken von den meisten Wanderern gerne angenommen. So ging es für uns nach einer kurzen Erfrischung ebenfalls gleich weiter und das auf gut ausgebauten Pfaden entlang der Kamnitz. Die wilde Schönheit der Natur überraschte zwar nicht mehr, beeindruckte uns aber auch weiterhin nachhaltig. An der nächsten Anlegestelle oder wie dort gesagt wurde, im Hafen, wurden wir gleich in den Kahn gebeten und sofort begann die Fahrt. Die wilde Klamm kam genauso friedlich daher, wie zuvor die Edmundsklamm. Das muss wohl damit zusammenhängen, dass der Fluss für jede Klamm gestaut wurde. Dadurch gleitete der Kahn dahin. Nur durch den langen Stock des Kahnführers angetrieben, also ökologisch unbedenklich.

Nach ein paar weiteren Geschichten und Metern auf dem Fluss erreichten wir in vielleicht einer guten Viertelstunde den letzten Hafen. Dort gingen die eifrigen Wanderer gleich weiter. Wohl auch den langen Weg zum Prebitschtor, so konnte ich es der Unterhaltung einiger Wanderer entnehmen. Wir waren immer noch gehbehindert und nahmen deshalb den nächsten Kahn zurück. Wer nun glaubte, die Männer an den langen Stöcken hätten ihr Pulver auf dem Hinweg verschossen, wurde eines Besseren belehrt. Die beiden Rückfahrten waren keine Schweigefahrten, denn da bekamen wir die meisten Geschichten einfach nochmal erzählt.

Abendessen in Hrensko und danach zu den Häusern der sieben Brüder

In Hrensko setzten wir uns in den ersten Biergarten am Fluss, wo auch unser Wagen parkte. Dort bestellten wir etwas Deftiges zum Abendessen und konnten den Tag nochmal im Gespräch an uns vorüberziehen lassen. Es war angenehm warm und so fand hier der Tag einen passenden Ausklang. Nur in Postelwitz hielten wir erneut, weil ich die Häuser der sieben Brüder fotografieren wollte. Wahr oder erfunden, sagte mir ein Anwohner, weiß man heute nicht mehr so genau. Erzählt wird, dass ein Vater 7 Söhne hatte und nur ein Haus. Da er sein Erbe unter den Söhnen gerecht verteilen wollte musste er jedem Sohn ein Haus bauen. Die sahen dann alle gleich aus, was aber heute nur bei genauerem Hinsehen zu bemerken ist.

1. Juli 2019 Stippvisite in Pirna

Wir wollten mal wieder zu zweit etwas unternehmen und hatten ein paar Ziele in der Bad Schandauer Umgebung ausgewählt. Daraus wählten wir Königstein. Da wir schon auf der Festung waren, wollten wir den Ort erkunden. Doch während wir in die Richtung fuhren, überkam uns der Gedanke, doch besser in das DDR Museum in Pirna zu fahren. Als Zielvorgabe haben wir die Adresse des DDR Museums ins Navi eingegeben und weiter gings die wenigen Kilometer bis Pirna. Vor Ort fanden wir zwar das Geibeltbad, das kaum zu übersehen ist. Nur den Eingang zum Museum fanden wir nicht sofort. Nachdem wir die alten Gebäude gegenüber dem Bad nacheinander abfuhren, fanden wir endlich den Weg auf den Hinterhof mit dem Eingang. Aber hier war alles geschlossen. Es war Montag und da hat auch das DDR Museum geschlossen. Soweit ein Beitrag zum Thema Plan und Spontanität.

Spontan ins historische Zentrum von Pirna gefahren

Rathaus Pirna
Das Rathaus von Pirna am historischen Marktplatz

Wir ließen uns nicht entmutigen und fuhren direkt zum historischen Kern von Pirna. Nahe dem Elbufer fanden wir einen guten Platz (Parkplatz Am Zwinger), um unser Auto abzustellen. Zum Marktplatz gingen wir über die Badergasse. Die schmucken Häuser auf beiden Seiten wirkten wie frisch renoviert. Uns bot sich eine Szenerie fast wie in einem Film. Noch besser wurde es auf dem Marktplatz, wo man sich einfach nicht satt sehen konnte. Wir schlenderten noch durch die Schuhgasse und die Jakobstraße etwas hoch bis zur Thalia Buchhandlung. Die Schaufenster der Geschäfte waren jeweils mit Sinnsprüchen bemalt, die dem Betrachter Spaß machten oder einfach nur zum Nachdenken anregten. Nette Idee.

Zurück auf dem historischen Marktplatz ließen wir uns im Canaletto, Restaurant und Deli, nieder und waren mit dem Essen und Trinken sehr zufrieden. Im Gegensatz zu dem historischen Stadtkern war dieses Lokal im Trend der Zeit und hatte auch einige selbst hergestellte Limonaden im Angebot (Sorry, eben keine Coca Cola und Co.). Die Menükarte war ausreichend groß und nicht überladen. In den sozialen Medien würde man jetzt sagen Daumen hoch. Für die Vergabe von Kochlöffeln oder Sternen sehe ich mich aber nicht als der Spezialist. So sollte jeder bitte seine eigene Meinung bilden. Wenn es interessiert, hier der Link vom Canaletto.
Der Tag war wieder recht heiß, so dass wir uns am Nachmittag wieder auf den Weg zurück ins Hotel machten. Jedenfalls hatten wir uns vorgenommen, der Stadt Pirna mindestens einen weiteren Besuch zu widmen.

Hier der Link zum 6. Beitrag unserer Reise durch die sächsische Schweiz

Verfolgen Ralf Zöllner:

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