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Ein paar Tage in der Heide

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Anreisetag

Bückeburg Rathaus
Das Rathaus in Bückeburg

Das Wetter verhieß nichts Gutes. Es war kälter geworden und es regnete. Wir wollten aber wieder einen Teil Deutschlands kennenlernen, der bei mir fast schon aus dem Gedächtnis verschwunden war. Nach dem Motto „Deutschland ist schön“ hatten wir uns diesmal die Heide oberhalb Hannovers als Ziel genommen.
Da wir im Hotel erst nach 15 Uhr einchecken konnten, hatte ich Bückeburg als Zwischenstopp ausgewählt. Nachdem wir dort unseren Wagen geparkt hatten, gingen wir durch die hübsche Innenstadt. Sie konnte mit den vielen Fachwerkbauten ein anheimelndes Gefühl erzeugen und das trotz des Grau in Grau am Himmel. Es war Mittagszeit und der Hunger machte sich bemerkbar. Wir wählten den Rathauskeller und hätten an dem angebotenen Buffet nur auszusetzen, dass es sehr kalorienreich war. Man bekam sehr viel für sein Geld, denn die Speisen waren teilweise deutsch und deftig, nicht die Preise. Danach gingen wir zum Schloss, das wir aus Zeitgründen nicht besichtigten. Aber der weitläufige Park war interessant genug und für die müden Glieder eine willkommene Abwechslung.
Balland’s Hotel in Lindwedel erreichten wir so gegen 17 Uhr. Nach dem freundlichem Empfang bezogen wir unser 30 qm großes Zimmer in einem separaten Gebäude. Es war neu und komfortabel. Das Abendessen nahmen wir im Hotel ein. Das wiederholten wir an den folgenden Tagen, weil die Küche einfach gut war.

Besuch des Dinosaurier Parks in Münchehagen

Dino Park

Eine der lebensgroßen Figuren im Dino Park Münchehagen

Was machen wir bei schlechtem Wetter?

Der Blick zum Himmel versprach eine Menge Regen, da half auch nicht das umfangreiche Frühstück im Hotel. Wir ließen uns aber nicht davon beeinflussen und fuhren zum Dinosaurier Park in Münchehagen. Witterungsbedingt war hier nicht viel Publikumsverkehr. So ging es schnell durch den Shop und das Restaurant auf den 2 ½ km langen Rundweg. Eigentlich hatten wir den Besuch unserer Tochter zuliebe unternommen, aber schon bei den ersten Dinosaurierfiguren zeigten die fundierten Beschreibungen, dass es sich hier nicht um einen Park für Kinder handelt. Die 230 Figuren sind lebensecht und beeindrucken sofort. Im Faltblatt des Parks stimmt die Angabe, dass hier Wissenschaft zu einem Familienerlebnis wird.

Spuren im Dino Park

Ein Teil der Spuren im Steinbruch sind überdacht

Der Museumspark hat viel zu bieten

Der Park bzw. eigentlich das Open Air Museum bietet thematisch viel. So kann man bei der Präparation von Fundstücken zusehen, an Führungen teilnehmen (sie finden nur an festgelegten Tagen statt, also vorab informieren), mit dem Bogen schießen, an Mit-Mach-Aktionen teilnehmen, Ausstellungen besuchen und sich über Videos zum Thema Dinosaurier und der Dinosaurierforschung informieren. Im Zentrum der ganzen Anlage befindet sich das Naturdenkmal „Saurierfährten“ mit über 300 versteinerten Dinosaurierspuren. In einer großen Halle können die beeindruckenden Dinosaurierspuren auch bei Regenwetter trocken betrachtet werden. Diese Funde waren auch ausschlaggebend für die Entstehung des Parks.
Hervorzuheben ist, dass es nicht vordergründig darum geht so eine Art Jurassic Park zu installieren, sondern werden wissenschaftliche Erkenntnisse in einer angenehmen Art bei einer kleinen Wanderung durch Erdgeschichte vermittelt. Das Wetter war schlecht, aber der Tag war durch den Besuch dieses interessanten Parks gerettet.

Der Serengeti Park in Hodenhagen

Tourbus

Mit Doppeldeckern geht es auf Safari

Was erwartet uns im Hodenhagen?

Mit „Willkommen im Safari Abenteuer“ begrüßte uns der Serengeti Park in Hodenhagen. Wir waren früh im Park aber an der Haltestelle für die Bustour hatte sich bereits eine lange Schlange gebildet. Dennoch ging die Abfertigung schnell. Wir sahen nur 2 Busse vor uns fahren, dann waren wir schon im nächsten Bus dabei. Alles Doppeldeckerbusse und da haben reichlich viele Fahrgäste Platz. „Seid ihr gut drauf“, wurden wir begrüßt. Da keiner „Nein“ sagte, ging es auch gleich los. Der Busfahrer wusste und hatte zu jedem Tier etwas zu sagen, wie zum Beispiel aus welchem Land oder Kontinent das Tier kommt, wie lange es bereits im Park ist und einiges zu den Merkmalen und Eigenheiten. Der Ton war rau, aber herzlich und so ging es dann weiter mit vielen Informationen, die immer wieder mit netten Anekdoten aufgelockert wurden. Was ich vorab auf YouTube gesehen hatte, kam mir erst vor wie eine Butterfahrt mit viel Blödsinn, aber das hielt sich in Grenzen. Der Spaß kostete 5,50 € extra, war aber sein Geld wert. Die Selbstfahrer standen derweil in einer Schlange und kamen nur sehr langsam durch den Park. Außerdem ist fahren und dabei Aufnahmen machen eigentlich doch ein „No Go“ oder?

Serengeti Park Hodenhagen

Speed Boat fahren im Serengeti Park Hodenhagen

Ein attraktives Angebot, das seinen Preis hat

Auch die lustige Dschungel Safari Tour war ein Erlebnis und im Eintrittspreis von 36,50 € (mit Bus Safari dann 43,00 €) für Erwachsene und 26,50 € (mit Bus Safari dann 33,00 €) Es sind noch weitere Touren im Eintrittspreis enthalten, wie die drei rasanten Fahrten auf den Seen im Park, dazu warten 40 Fahrgeschäfte und Shows auf die Besucher. Im zentralen Restaurant hatten wir unser Mittagessen und wurden satt, mehr nicht. Das hätte schon etwas attraktiver sein können. Sonst war aber alles sauber und schön gestaltet, so dass der Tag bei trockenem Wetter ein schönes Erlebnis wurde. Vieles haben wir nicht geschafft, darum würden wir bei Gelegenheit den Park auch noch mindestens ein zweites Mal besuchen. (Die Preise sind ab 2020 um 1,00€ höher. Für Erwachsene dann 37,50 €, Kinder zahlen 27,50€ und die Bustour kostet 6,50€. Also immer erst mal auf der Website nachschauen, wenn der Preis eine Rolle spielen sollte.)

Gedenkstätte Bergen-Belsen

Dokumentationszentrum Bergen-Belsen

Ein Saal im Dokumentationszentrum Bergen-Belsen

Zum ersten Mal in einem Konzentrationslager

Das ganze Gegenteil zu den vorab besuchten Parks bot die Gedenkstätte in Bergen-Belsen .

Trauer und Wut überkommen den Besucher, wenn er den Worten der Zeitzeugen auf unzähligen Monitoren folgt. Was wäre, wenn gewesen, fragt man sich unweigerlich. Wäre der Krieg früher beendet worden, wie viele hätten den Horror überlebt. Berührend sind die Berichte von Personen, die als Kinder in der Gegend wohnten und berichteten, wie sie heimlich und auch unter bewussten Wegsehen des Wachpersonals Gefangene mit Lebensmitteln versorgten. Diese seien dann wie Tiere darüber hergefallen, so ausgehungert und am Ende mit den Kräften. Jeder versuchte zu überleben und vielen gelang dies nicht.

Grabstein für Anne Frank als Denkmal

Grabstein für die Geschwister Frank in Bergen-Belsen

Wo ist das Grab von Anne Frank?

Mit dem Lagerplan in der Hand gingen wir in die Heidelandschaft. Wir fanden Fundamente der ehemaligen Baracken und Gebäude, versehen mit Erklärungen zu dem jeweiligen Ort. Auch die Hügel in der weiten Lichtung tragen Inschriften. Einige lauten so: „Hier ruhen 2500 Tote“, andere nennen 1000 oder 5000 Tote. Wir kamen zum Friedhof und stehen vor einem Grabstein, seine Inschrift lautet „Margot Frank 1926 – 1945 und Anne Frank 1929 – 1945“. Erst später erfahre ich, dass die Gebeine von Anne Frank und ihre Schwester wahrscheinlich in einem der Massengräber liegen. Der Grabstein ist somit mehr ein Denkmal, wo Menschen aus vielen Ländern Blumen, Kuscheltiere und ähnliches ablegen.
Wenn an diesem Tag der heitere Charakter der 2 vorangegangenen Tage nicht wiederholt werden konnte, dann war dieses Dokumentationszentrum doch sehr beeindruckend und lehrreich zugleich. So mussten wir bei Kaffee und Gebäck in der Cafeteria des Dokumentationszentrums die vielen Eindrücke erst einmal sacken lassen und in Ruhe über das Gesehene diskutieren. Das Wetter war dem Ort teilweise angepasst, bevor es am späten Nachmittag wieder zurück nach Lindwedel ging.

Celle – Stadtrundgang

Schloss Celle

Blick auf das Celler Schloss

Nach Jahrzehnten mal wieder in Celle

Von Celle hatte ich bereits gehört, dass der Ort über eine sehr hübsche Altstadt verfügt. Nachdem wir im Zentrum einen Parkplatz gefunden hatten, konnten wir uns selbst davon überzeugen. So gingen wir durch Straßen mit wundervoll erhaltenen, wie auch restaurierten alten Fachwerkhäusern und kamen so zum Schloss. Hätten wir es besuchen wollen, so wäre der Tag ungünstig gewählt. Es war nämlich Montag. Es gibt in Celle aber genug zu sehen, auch ohne Schlossbesuch.
Das Bomann Museum im Zentrum der Stadt, gegenüber dem Celler Schloss, wurde als „Vaterländisches Museum“ 1892 gegründet und befasst sich mit vielen Themen zur Stadt Celle, dem Umland und der Gesellschaft. Dabei spielt die pädagogische Aufbereitung der Themen, die Präsentation mit Exponaten und in medialer Form eine große Rolle. Angesprochen werden Altersgruppen vom Kindergarten bis zum Seniorenkreis. Es gibt Vorträge, Workshops und vieles mehr. Hätten wir auch gerne gesehen, aber wie schon erwähnt, es war Montag und das Museum ist von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Daneben befindet sich das Kunstmuseum Celle mit der Sammlung Robert Simon.

Fachwerkhaus in Celle

Altes Fachwerkhaus in Celle

In Celle gibt es eine Straße mit meinem Namen

Wir gingen weiter und passierten die Stadtkirche St. Marien, wo sich auch der Platz des Celler Wochenmarktes und das Rathaus befinden, um anschließend in der Verlängerung die Zöllnerstraße zu erreichen. Ja, das musste wegen dem Namen einfach sein. Aufgrund der vielen gut erhaltenen Fachwerkbauten wirkt die Celler Innenstadt selbst auch wie ein großes Freilichtmuseum. Die Zeit für ein Mittagessen war gekommen und in der Piltzergasse wählten wir dafür das Deutsche Restaurant und Hotel „Zur Glocke“ aus. Innen sah es gemütlich aus, aber im kleinen Außenbereich fanden wir einen netten Platz mit ein paar letzten Sonnenstrahlen. Das Essen war gut und die Bedienung sehr freundlich. So war es ein zufälliger Glücksgriff hier einzukehren. Den Rest des Tages nutzten wir für ein paar Einkäufe bevor es zurück ins Hotel ging.

Ausflug zum Steinhuder Meer

Steinhude

Häuser und Touristeninformation in Steinhude

Den Ausflug nach Steinhude am gleichnamigen See (Meer) nutzten wir für ein Treffen mit Freunden, die wir lange nicht gesehen hatten. Das Himmel war mal wieder mehr grau als blau. In der Touristeninformation besorgten wir uns einen Stadtplan und spazierten am Seeufer entlang. Eigentlich war ich von früher gewohnt, dass hier viele Menschen unterwegs waren, auch bei trüben Wetter, aber das schien in dieser Jahreszeit wohl nicht mehr so zu sein. Der Spaziergang konnte auch als Suche nach geöffneten Lokalen bezeichnet werden, denn wir mussten feststellen, dass an der Seepromenade so gut wie alle gastronomischen Angebote verschlossenen Türen hatten. Tourismus schien hier wohl höchstens am Wochenende stattzufinden. Unterwegs fragten wir eine Einwohnerin nach einem geeigneten Lokal, die bestätigte aber nur unseren leicht deprimierten Eindruck. Wir sprachen die Aalräuchereien an und sie bestätigte unsere Vermutung, dass bei der Menge der angebotenen Aale nur ein Teil aus dem See stammen kann (wenn überhaupt) und diese oft auch zu teuer seien.
Kurzentschlossen bestiegen wir unsere Fahrzeuge und fuhren nach Wunstorf. Nachdem wir einen Parkplatz gefunden hatten, stolperten wir zufällig über das vietnamesische Lokal Ha Long Asia Imbiss (Am Alten Markt) und verbrachten dort einiges an Zeit mit Essen und einem netten Gespräch. Der Rest des Tages war mit Packen und Abendessen dann doch schnell vorbei.

Abreisetag

Das Wetter war etwas stabiler, das Frühstück reichlich und wie immer gut. Wir waren mit dem Hotel in Lindwedel mehr als zufrieden und würden dort gerne wieder buchen. Mal sehen was die Zukunft so ergibt. Ohne Zwischenfälle oder Stau ging es zurück nach Köln.

Fazit:

Trotz des schlechten Wetters war es ein gelungener Kurzurlaub voller entspannter Erlebnisse in einer überraschend schönen Umgebung. Sah es vorab aus als sei man im Nirgendwo, auf dem platten Land sozusagen, mussten wir entdecken, wie beruhigend das Leben auf dem Lande wirken kann. Da war Balland’s Hotel in Lindwedel der ideale Ausgangspunkt für Erkundungen der Heide zwischen Hannover und Soltau. Das Zimmer war großzügig, die Leistung der Küche war hervorragend und ideenreich. Die servierten lokalen Produkte konnten überzeugen und die Bedienung war schnell und aufmerksam. Dazu waren wir nach den 7 Tagen in der Heide entspannt und ausgeruht. Für uns heißt dies, dass wir weiterhin auf den Spuren der Heimat in Deutschland unterwegs sein werden, obwohl die Ferne uns natürlich immer wieder locken wird. Denn eins ist klar, wir haben die Heide noch nicht komplett entdeckt. Da wären unter vielen anderen Soltau und der Heide Park, Walsrode mit dem großen Vogelpark, Bispingen und Umgebung und weiter hoch bis Lüneburg gibt es noch unendlich viel zu entdecken.

Verfolgen Ralf Zöllner:

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