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Roadtrip durch Portugal – Die Ankunft in Lissabon

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Portugal – Teil 2 (Lissabon)

Portugal bereisten wir im Jahr 2016 zum zweiten Mal und die Bilder unserer Ankunft in Lissabon gehen mir immer wieder durch den Kopf. So habe ich unser Erlebnis niedergeschrieben und einen nicht ganz ernst gemeinten (aber fast) Blog gepostet, also einen Beitrag zum Schmunzeln geschrieben.

Treppe am Martim Moniz
Dreiviertel der Treppen sind geschafft

Die Ankunft

Es ist nicht leicht sich in Portugal zurecht zu finden. Zumal, wenn man kein Portugiesisch spricht oder wenigstens ein wenig versteht. Ehrlich, ich wurde meinem Plädoyer für ein ständiges Erlernen von Sprachen ein wenig untreu. Denn ich glaubte und glaube auch weiterhin nicht, dass ich es auch nur ansatzweise schaffen werde, vor unserer nächsten Reise nach Portugal mich zu einem Kurs angemeldet zu haben. Lang lebe der Infinitiv.

Es ist sicher auch sehr interessant in Portugal traditionell auf dem Rücken eines getreuen Esels unterwegs zu sein, um am Abend eventuell das Fazit zu ziehen, dass man zu Fuß sicher weiter gekommen wäre. Nein, auf diese Art Experiment lasse ich mich mal als Rentner ein, wenn es um die Reise geht und nicht um alles was man in so kurzer Zeit ach so vielfältig und umfangreich am besten gleich und überhaupt sehen möchte. Nein, es gibt mehr als nur eine Form des Reisens und heute war mir nach Auto und außerdem hatte ich 2 Begleiter, also die Familie, bis auf die Große, die in Köln geblieben war, um Murtagh, ihren Stubenkater und Britisch Kurzhaar (edel), ein betreutes Katerleben zu ermöglichen.

Und in Lissabon hatte ich wieder so ein Gefühl. Ja, ein Gefühl als wolle ich gleich am ersten Tag verzweifeln und mich fragen, warum ich mir/uns einen so stressigen Plan auferlegt hatte und dann zum Schluss zur folgenden Aussage komme: Es kommt ja sowieso alles anders als man denkt.

Lissabon – Stadt der sieben Hügel

Kennt Ihr eigentlich dieses Phänomen, dass im Stadtplan die Hügel so niedlich flach sind und dann vor Ort – eine neue steile Treppe (etwa 80 Stufen) und eine aus der guten alten Zeit (ebenfalls gut 80 Stufen) – also das wahre Grauen vor einem liegt und man sich fragt, warum gerade jetzt die Sonne mit über dreißig Grad im Schatten auf uns treffen muss. Dann noch eine Rampe, nein, das war ja die Straße mit einer etwas geringeren Steigung und für uns vielleicht auch nur 100 Meter bis zur gebuchten Unterkunft. An den Häuserwänden prangten die Graffitis von selbsternannten Künstlern mit unterschiedlichen Resultaten in ihrer Ausdrucksweise und maltechnischen Präzision. Manches ist dann schon mal nur primitive Schmiererei. Anderes, und man muss es so sagen, ist auch ein Zugewinn, eine Augenweide.

Bei unserer Erklimmung des Mount Unbekannt in der Mouraria (ich hoffe, wir befanden uns in diesem Stadtteil) ausgehend von unserem Basislager, der Metrostation Martim Moniz, bekamen wir tatsächlich Hilfe, leider nur teilweise. Ein junger Mann, der sich alsbald als Brasilianer vorstellte, bot sich mir an, einen Teil unserer Flugkoffer mit immerhin knapp über 20 kg die ersten 80 Stufen mit hoch zu tragen. Das war mir sehr recht, zumal meine liebe Frau genügend Schwierigkeiten hatte sich selbst und ihren schmerzenden Rücken Stufe für Stufe dem Ziel näher zu bringen. So kamen wir auf eine Straße, wo wir uns nach links orientieren mussten und dann sehnsüchtig nach dem so nett helfenden Brasilianer Ausschau hielten. Aber da war keiner, nur die weiteren 80 Stufen vor uns und die Zeit, sie floss und floss dahin.

Treppen nichts als Treppen

Treppe am Martim Moniz
Die letzten Stufen, dann geht es auf der Straße weiter

Nachdem auch diese Stufen überwunden waren und ich den Part des Brasilianers übernommen hatte, standen wir vor der letzten Herausforderung, der bereits erwähnten Rampe bzw. Straße, um noch heute unsere Unterkunft zu erreichen. Eine Zwischenübernachtung hatte ich nämlich nicht gebucht. Ich ließ aber erst einmal meine beiden Begleiterinnen stehen und auf das Gepäck aufpassen. Obwohl hätte das was genützt, wenn sich ernsthaft jemand über unser Hab und Gut hergemacht hätte? Welchen Widerstand könnten zwei Frauen, von den Strapazen und der Hitze gezeichnet, einem potentiellen Banditen entgegen setzen. Ich weiß es nicht, war mir auch egal, es war zu heiß und zu steil. Ich muss da jetzt hoch, sagte ich mir, sonst stehen wir vor verschlossener Tür, weil unsere Vermieterin einen anderen Termin wahrnehmen muss und ich weiß nicht einmal, wann und ob sie wieder kommt. Ich erreichte das Haus und klingelte, wie vorgegeben in der 1. Etage, eine junge Frau öffnet und hilft mir. Nein, nicht beim Tragen, nein, beim Sprechen, denn sie begrüßt mich auf Englisch und so fällt es gar nicht auf, dass ich ja gar kein Portugiesisch spreche. Puuuh, das wäre schon mal geschafft. Aber die Liebe hatte keine Zeit mehr. Musste mir alles wie in Stenoschrift erklären, übergab mir die Schlüssel und flugs war sie entwichen. Allerdings hatte sie mir noch gesagt, dass sie nach dem Termin um fünf, wahrscheinlich fünf, vorbeikommen würde.

Nach einer gefühlten Ewigkeit

Gasse bei Martim Moniz
Gasse beim Platz Martim Moniz

Mit den Schlüsseln bewaffnet holte ich meine Familie ab und wir zogen so gut es ging unser Gepäck nach oben. Ja, dann der Schreck. Denn ich hatte gegenüber meinen beiden Damen glatt vergessen zu erwähnen, dass nun noch einmal knapp 20 Stufen bis zur Wohnung hoch folgten. So hieß es dann, oh nein, das auch noch! Unter Einlegung mehrerer Pausen konnte ich bis zum Eintreffen unserer Vermieterin wenigstens das Gepäck in die Wohnung schleppen. Auch hatten wir schon einiges verteilt. Ansonsten waren wir reif für einen Urlaub, am besten mit Kofferträger.

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