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Roadtrip durch Portugal – Vor der Reise

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Portugal - Algarve
Ponta da Piedade bei Lagos, Algarve

Portugal Teil 1: Eine gute Planung ist die halbe Reise

Im Juni und Juli waren wir wieder mit unserem Equipment unterwegs, um Bilder und Filmsequenzen in einem neuen Reiseziel aufzunehmen. Unser Ziel hieß Portugal. Mit der Entscheidung für Portugal hatte es eine längere Vorgeschichte gegeben und letztlich war es ein dummer Zufall, der uns an unseren Aufenthalt in Portugal im Jahr 1987 erinnerte.

Damals waren wir von Köln mit unserem nagelneuen Renault R5 über die Schweiz, Italien und Monaco nach Südfrankreich gefahren, weiter über die Costa Brava bis nach Malaga und zum Schluss landeten wir in Lagos an der Algarve. Das waren 10 Tage, die bis heute in unserer Erinnerung blieben. Für uns gab es nur das Ziel immer in Richtung Süden auf der iberischen Halbinsel zu fahren. Angetrieben von dem Traum vielleicht die Algarve zu erreichen. Nur das stand fest, alles andere war dem Zufall überlassen. Diesmal wollten wir aber nicht wieder eine so weite Strecke mit dem Auto fahren und vor allen Dingen wollten wir mehr von Portugal einfangen.

Die Vorbereitung

Nach der Entscheidung für Portugal legten wir die Orte fest, die wir auf unserer Rundreise besuchen wollten. Dafür benutzte ich Portugalrundreisen verschiedener Anbieter und viele Reportagen auf You Tube. Nachdem die Route im Groben feststand und wir festlegten wie viele Tage wir wo bleiben wollten, ging es weiter mit der Planung der Unterkünfte, der Flüge nach Lissabon und dem geeigneten Mietwagen. Für die Planung suche ich nach günstigen Angeboten auf verschiedenen Plattformen. Es lohnt sich für die Unterkunft erst einmal alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen und dann die Form der Unterkunft festzulegen. In Europa miete ich den passenden Mietwagen in der Regel über den ADAC (für Mitglieder sehr günstig), vergleiche das Angebot aber auch mit den Mietwagenanbietern, wie Europcar, Hertz, Sixt, Avis und einigen anderen. Für den Flug können wir zwischen den drei Flughäfen Köln, Düsseldorf und Frankfurt wählen.

Den Mietwagen über den ADAC buchen

Der große Vorteil bei der Buchung über den ADAC liegt in den Versicherungen, die ohne Selbstbeteiligung angeboten werden. Zusätzlich ist auch der zweite Fahrer im Preis enthalten. Wichtig ist zu vergleichen, denn die Mietwagenanbieter sind im Mietpreis oft günstiger, aber nur mit Selbstbeteiligungen von teilweise bis zu 1700 €. Bucht man die Mietwagen dann mit den Versicherungen ohne Selbstbeteiligung  und den zweiten Fahrer hinzu, sind sie wieder teurer als der ADAC-Preis für Mitglieder.

In den letzten 10 Jahren haben wir immer wieder mal einen Mietwagen benötigt. Dabei konnte ich feststellen, dass die Preise sehr stark schwankten. Deshalb ermittele ich mir selbst einen guten Preis, den ich ständig mit den Angeboten der verschiedenen Anbieter vergleiche. Bisher habe ich immer in den letzten 3 Wochen vor der Reise gebucht, weil bisher das Angebot am günstigsten war. Da dies aber nicht die absolut sichere Regel ist, nehme ich lieber den Vergleichspreis und buche auch schon mal einige Wochen vorher.

Ein Beispiel: Ich gebe in der Suche verschiedene Reisezeiten ein und nur die Abholstation und die Mietdauer bleiben immer gleich. Dann erhalte ich bei jeder Suche einen anderen Mietpreis. Den günstigsten nehme ich dann als Vergleichspreis und prüfe die Angebote immer häufiger je näher der Reisetermin kommt. So konnte ich für Portugal einen Audi 3 mit ausreichend Platz für 3 Personen und großem Gepäck für 32,– € pro Tag finden. Ein wahnsinnig guter Preis.

Anmerkung:

Keine Erfahrung habe ich mit der Abwicklung im Schadensfall (will ich eigentlich auch nicht machen). Daher werde ich an diesem Thema für die nächsten Anmietungen weiter forschen. Es geht hierbei um die Frage, wie die Abwicklung des Schadens durchgeführt wird. Muss der Mieter gegebenenfalls in Vorlage treten und bei Anmietungen über den ADAC einbehaltene Selbstbehalte zurückfordern? Wer dazu etwas beitragen kann, sollte seine Kenntnisse unten im Kommentarfenster eingeben.

Die Unterkünfte buchten wir über Airbnb

Für die Unterkunft benutze ich eigentlich alle in Frage kommenden Buchungsportale. Auch Reisebüros und Pauschalreisen lassen sich schon mal in eine Planung integrieren und können sehr hilfreich sein. Nach dem Motto „Alles kann, nichts muss“ verschaffe ich mir erst einmal einen Überblick. Für unseren Portugaltrip wollten wir keine Hotels, lieber dort wohnen, wo die Portugiesen wohnen. Dafür war natürlich das Angebot von Airbnb wie geschaffen.

Über die Wunschlisten stellte ich Unterkünfte in Lissabon, Porto und an der Algarve zusammen. Gemeinsam  überprüften wir dann die Auswahl und entschieden uns dann für eine Unterkunft in Lissabon als Start und  Ende der Reise, eine nahmen wir in Porto und für die geplanten 10 Tage Algarve nahmen wir ein Reihenhaus am Rande von Lagos (in Strandnähe).  Damit hatten wir nun auch unsere Übernachtungen geplant.

Wann buche ich den Flug

Für die Planung stand eigentlich alles zum Besten, aber gebucht war noch nichts. Das hatte seinen Grund, denn ohne Hin- und Rückflug wäre die beste Planung ein ziemliches Glücksspiel.  Hat man nun einen Flug gefunden, wartet aber noch auf ein günstigeres Angebot, können die Unterkünfte mittlerweile an andere vergeben sein. Dann kann man die ganze Planung nochmal beginnen? Nein.

Sicher ist der Flug die knappste Ressource in meinem Urlaubsportfolio und ich sollte mir einen günstigen Tarif nicht entgehen lassen, aber andererseits muss man Ruhe bewahren.  Flugportale haben oft Angaben, wie „nur noch 9 Plätze frei“ und man hat das Gefühl sich schnell entscheiden zu müssen.  Was auch immer dort angegeben ist, ich beginne den Preisvergleich etwa 6 – 7 Monate vor dem Hinflug. Für den nächsten Trip nach Lissabon im April 2017 beginne ich die Suche im September und Oktober 2016 und beobachte die Preisentwicklung. Im November oder Dezember werde ich dann buchen.

Viele Faktoren spielen eine Rolle, wenn ich unbedingt den billigsten Flug erwischen will. Die Abflugzeit in den ganz frühen Stunden (zwischen 5 und 8 Uhr) ist in der Regel sehr preiswert. Manchmal sind es auch Gabelflüge, wo man sozusagen noch mit aufspringen kann. Außerdem gibt es zwischendurch auch immer wieder günstige Flüge zu annehmbaren Tageszeiten. Wer also von anderen und dem Termin unabhängig ist, kann sich den Flug nach dem Preis aussuchen. Alle anderen sollten mit einem höheren Preis rechnen. Deswegen überlegen wir auch, ob wir nun wirklich über Ostern nach Lissabon fliegen werden. Dieses Jahr kostete uns der Flug Köln – Lissabon und zurück im Juni und Juli für 3 Personen zusammen 581,94 €. Den Flug hatte ich 7 Monate zuvor gebucht.

Die Frage, wann ich nun den besten Preis erzielen kann, kann wohl nur pauschal beantwortet werden. Denn wer garantiert mir, dass die Fluggesellschaften ihre Billigangebote nach einer festen Regel vergeben.

Für mich gilt aber zur Orientierung beim Buchen

  • erst der Flug,
  • dann die Unterkunft und
  • zum Schluss der Mietwagen.
Informationen zum Reiseziel sammeln und Reiseliteratur
Reiseführer Lissabon von Jürgen Strohmaier
Reiseführer Lissabon von Jürgen Strohmaier

Während der Planungsphase, die sich hauptsächlich mit logistischen und finanziellen Fakten beschäftigt, sollte man sich auch um die Informationen zur bevorstehenden Reise kümmern. Fluch oder Segen ist dabei das Internet. Ich lasse mich am Anfang treiben und nutze alle möglichen Quellen. Dann verdichte ich die Suche immer mehr auf das, was mir wesentlich erscheint. Ich lege Playlists zum Thema in You Tube an, ich suche bei Amazon und anderen (auch im Buchhandel) nach geeigneten Reiseführern. Ich kaufe aber auch Videos zum Thema und lasse mich auf Sekundärliteratur ein. Das muss natürlich nicht jeder so machen. Für unsere Portugalreise habe ich die Bücher von Jürgen Strohmaier ausgewählt, die im DuMont Verlag erschienen sind. Über die Jahre habe ich mit Reiseführern aus dem DuMont Verlag und dem Michael Müller Verlag sehr gute Erfahrungen machen können, so dass ich gerne darauf zurückkomme. Da weiß man, was man hat.

Der Lissabon Reiseführer von Jürgen Strohmaier bietet auf 296 Seiten viele Informationen, die mir bei der Planung sehr geholfen haben. Der Autor kennt sich aus, denn er bietet individuelle Stadtführungen an und lebt seit 1994 in Portugal. Sein Reiseführer ist voller Tipps für Reisende.

Die einzelnen Stadtviertel werden in Gruppen vorgestellt. Dazu gehören ein Überblick der wesentlichen Sehenswürdigkeiten, ein Kartenausschnitt zur Orientierung,  Infoboxen mit besonderen Hinweisen, ausführliche Beschreibungen kleiner oder größerer Exkursionen (mit den Themen: Auf Entdeckungstour, Mein Tipp oder Meine Lieblingsorte), Tipps zur Nutzung der Verkehrsmittel, Hinweise zur Gastronomie in den Vierteln und vieles mehr. Dazwischen stehen die einzelnen Beschreibungen der Viertel. Man sollte aber auch die ersten gut 100 Seiten des Buches lesen. Hier findet der Leser ausreichend Informationen zu Geschichte, Wirtschaft usw., was eben in so einen Reiseführer reingehört. Aber mir hat im Wesentlichen gefallen, dass bei diesem Reiseführer der Autor auch aus seiner Erfahrung berichtet und als geübter Stadtführer natürlich weiß, wo es schön und sehenswert ist.

Reiseführer Portugal von Jürgen Strohmaier
Reiseführer Portugal von Jürgen Strohmaier

Für unseren Portugaltrip habe ich mir dann den Portugal Reiseführer von Jürgen Strohmaier gekauft. Hier fand ich wieder die vielen guten Tipps für unterwegs und vor Ort, begnügte mich aber mit dem hier weniger umfangreichen Teil über Lissabon und ließ den Lissabon Reiseführer zu Hause. Da auch Papier einiges wiegen kann, wird man auf das ein oder andere Buch verzichten, um beim Check In nicht noch eine böse Überraschung zu erleben. Da ich die Reise bereits tagesweise geplant hatte, brauchte ich in meinem Fall auch nur einen Reiseführer.

Beide Bücher haben mir bei der Planung sehr geholfen. Details habe ich zwar noch im Internet recherchiert (war aber nicht unbedingt notwendig), denn beide Bücher waren aktuell (6. aktualisierte bzw. 3. aktualisierte Auflage 2015). Kurz und gut: Für mich sind diese beiden Reiseführer empfehlenswert und für die kommenden Portugalreisen werde ich wohl auch auf weitere Bücher dieses Autors zurückgreifen.

Ein spezieller Fall: Die Drehgenehmigung für Lissabon

Um Bild- und Filmmaterial für verschiedene Medien verwenden zu können, hole ich mir vor jeder Reise die notwendigen Drehgenehmigungen ein. So auch diesmal, wo ich bei verschiedenen Stellen in Lissabon nachgefragt hatte.

Vorneweg die gute Nachricht: Selbstverständlich kann man überall filmen und fotografieren. In der Gastronomie und bei Händlern habe ich vorher gefragt und es gab nie eine Ablehnung. Bestimmte militärisch relevante Gebäude und Personen (die Wachen vor Staatsgebäuden mal ausgenommen) darf man eigentlich nirgendwo auf der Welt ablichten. In Museen, Palästen, Schlössern und in einigen Kirchen braucht man in der Regel eine Erlaubnis. Meist werden privates Filmenund Fotografieren geduldet, aber wer professionell oder semiprofessionell mit wenig Budget unterwegs ist wird einigen Schriftwechsel auf sich nehmen müssen.

Praca do Comercio
Praca do Comercio in Lissabon

In der Vergangenheit hatte es immer einen Weg gegeben, um eine Dreh- oder Fotografiergenehmigung zu bekommen. Das hat in Florenz genauso geklappt, wie in Siena, Malta und andernorts. Um die Drehgenehmigung zu bekommen, erstelle ich mir eine Liste mit den Objekten, die ich filmen und/oder fotografieren möchte. Dann ermittle ich die passenden Kontaktadressen und  wende mich dorthin per Mail.

Wie beschrieben hatte ich mich für die Portugalreise an offizielle Stellen in Lissabon, wie die Direcao-Geral do Patrimonio Cultural, kurz DGPC. gewendet. Sie vertreten unter einem Dach sehr viele interessante Objekte, die mich interessierten. Der Vorteil liegt darin, dass man hier für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Lissabon und für  einige außerhalb liegende nachfragen kann. Auf meine Anfrage von Anfang Mai bekam ich Ende Mai die Nachricht, dass ich die Gebäude von außen fotografieren darf. Auf meine erneute Anfrage und dem Hinweis, dass ich ja innen und nicht nur außen gemeint habe, wurde mir mitgeteilt, dass Innenaufnahmen kostenpflichtig sind und das egal wer anfragt.

Auf meine Mails an Parques de Sintra – Monte da Lua S.A., Museu Calouste Gulbenkian, Museu do Fado und ein paar anderen erhielt ich keine Antwort. 3 Wochen vor unserer Ankunft in Lissabon hatte ich meine Mails noch einmal wiederholt und erhielt als einzige Antwort die jeweiligen Empfangsbestätigungen und weiter keine Antwort. Sicher ist das unbefriedigend, aber ich habe es in Englisch versucht und bekam wahrscheinlich deshalb nur wenig Resonanz. Für die bevorstehenden Reisen im Jahr 2017 werde ich meine Anfrage auf Portugiesisch formulieren und hoffe auf ein besseres Feedback.

Mehr zu unserer Reise und den Dreh- und Fotografierbedingungen folgt in Kürze.
Verfolgen Ralf Zöllner:

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